Mein Tierarzt nannte meine Katze 'fettleibig' und ich bin an die Decke gegangen – So haben wir es endlich hinbekommen, ohne durchzudrehen
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Mein Tierarzt nannte meine Katze 'fettleibig' und ich bin an die Decke gegangen – So haben wir es endlich hinbekommen, ohne durchzudrehen

Mein Tierarzt nannte meine Katze fettleibig und ich heulte vor Stress. Nach einem Haufen gescheiterter Diätfutter-Versuche und einer Narbe von einer Babywaage – das half meinen Pflegekatzen wirklich beim sicheren Abspecken.

17 Min. Lesezeit

Mein Tierarzt sagte 'fettleibig' und ich wurde defensiv

Tank – so stand's auf seinen Aufnahmebögen, weil er aussah wie ein Sandsack mit Beinen – saß auf dem Untersuchungstisch und starrte mich mit dem träge blinzelnden Hochmut einer Katze an, die genau wusste, dass ich gerade eine Standpauke bekommen hatte. Dr. Nguyen hatte sanft ihre Hand auf seine Flanke gelegt und gesagt: „Er ist nicht nur übergewichtig, Sarah. Das ist Fettleibigkeit. Seine Rippen liegen unter einem knappen Zentimeter Fett begraben." Mir schoss die Hitze ins Gesicht. Tank war vor zwei Monaten als Pflegekatze zu mir gekommen, ein Übernahmefall von einer Familie, die ihm 24/7 Trockenfutter stehen ließ und morgens zwei Dosen Thunfisch, weil „er das mochte". Er wog 22 Pfund. Für ne einfache Hauskatze ist das quasi ein pelziger Hocker. Ich war defensiv – ich hatte
ihm
das richtige Gewichtsreduktionsfutter gegeben, ich hatte gemessen. Stellte sich raus, ich hatte mit einem Schnapsglas und einem Stoßgebet gemessen und null verstanden, was 200 Kalorien am Tag für eine Katze bedeuten, deren Hauptbeschäftigung das Schlafen neben dem Heizkörper ist.

Ich bin keine Tierärztin. Ich hab die Tierarzthelfer-Schule Anfang 20 geschmissen, weil Mathe mein Hirn zerfetzt hat und ich dauernd im Seziersaal geflennt hab. Aber ich arbeite seit sechs Jahren im Tierheim, betreibe am Wochenende eine kleine Rettungsorganisation und hab über 40 Katzen und Hunde gepflegt. Man sollte meinen, nach all dem hätte ich das Vokabular für Fettleibigkeit drauf. Nö. Als ein Tierarzt zum ersten Mal das F-Wort über eine Katze in meiner Obhut benutzte, bin ich heim und hab ne halbe Tüte Käseflips gefuttert und dann geheult, weil ich mich wie ne Versagerin fühlte. Die Katze saß einfach nur da, leckte ihre Pfote, völlig unbeeindruckt, während ich in die Spirale „Ich bin ne beschissene Katzenmama" abrutschte.

Was dir keiner sagt, wenn du anfängst, einer Katze beim Abnehmen zu helfen: Es ist zäh und langweilig und voller Momente, wo du denkst, du verhungerst sie, obwohl du's gar nicht tust. Wenn dus aber versaust – wenn du zu schnell Kalorien kürzt, das falsche Futter nimmst oder das Geschrei um 4 Uhr morgens ignorierst – kannst du es nämlich noch viel schlimmer machen. Also lass mich dir erzählen, was ich gelernt hab, meistens dadurch, dass ich's erstmal furchtbar falsch gemacht hab.

My Vet Called My Cat 'Obese' and I Got Defensive — Here's How We Finally Fixed It Without Losing Our Minds - illustration 1

Der $80 Automatikfutterautomat, der mich belogen hat

Ich kaufte so einen schicken Automatikfutterautomaten, der nach Timer Trockenfutter ausgibt, weil ich dachte, das wäre Wissenschaft. War es nicht. Es war Chaos. Tank lernte innerhalb von zwei Tagen: Wenn er die Maschine nur fest genug rammt, purzeln ein paar Extrasplitter raus. Er legte sich auf die Lauer und katapultierte sich dann wie ein pelziger Rammbock dagegen. Ich kam heim und fand den Automaten auf die Seite gekippt, Futter über den ganzen Küchenboden verstreut und Tank mittendrin, zufrieden wie sonstwas. Achtzig Dollar für die Tonne. Danach bin ich auf Handfütterung zurück und mein Ego hat ordentlich was abgekriegt.

Warum dein 'Gewichtskontroll'-Trockenfuuter wahrscheinlich alles schlimmer macht

Ich hab dazu schon nen ganzen wütenden Post geschrieben – über meine Katze Miso, die ich ein Jahr mit „Gewichtskontroll"-Trockenfutter gefüttert hab und zusehen musste, wie sie zur panierten Kartoffel wurde. Also ich wiederhol hier nicht die gesamte Tirade, aber die Kurzversion: Die meisten kommerziellen Light-Trockenfutter sind einfach nur normales Trockenfutter mit ein bisschen Extra-Faser, damit die Katze satt wird, aber sie sind trotzdem kaloriendicht, weil sie haltbar sein müssen. Du fütterst die empfohlene Menge auf der Packung und die Katze nimmt trotzdem zu, weil die Empfehlungen ne aktive Freigängerkatze voraussetzen, die im Morgengrauen Mäuse jagt, und nicht ne Wohnungskatze, für die der Gang zum Katzenklo schon Sport ist. Und weil's trocken is, ist der Wassergehalt praktisch null, was heißt, deine Katze is ständig leicht dehydriert und ihr Stoffwechsel is träge. Ich hab so viele Pflegekatzen mit „Diät"-Trockenfutter gesehen, die immer noch fettleibig waren, weil die Halter genau nach Packung gefüttert haben und die Packung einfach log.

Hier ne konkrete Zahl, die mich rasend gemacht hat: Eine beliebte Marke, Indoor-Gewichtskontroll-Formel, kommt auf 380 Kalorien pro Becher. Für ne 12-Pfund-Katze, die abnehmen soll, peilst du vielleicht 180-200 Kalorien am Tag an. Das ist
ein halber Becher
. Ein halber Becher sieht aus wie ein trauriges Häuflein am Schüsselboden. Die meisten Leute schütten unbewusst mehr rein. Die meisten Katzen haben ne Stunde später Kohldampf und fangen an zu brüllen und der Halter gibt nach und schüttet noch n bisschen drauf. Und dieses „bisschen" summiert sich über ne Woche auf 300 Extrakalorien und plötzlich nimmt die Katze von Diätfutter zu. Es is zum Haareraufen.

Ich hab ne ganze Extra-Abhandlung drüber, warum ich bei Miso auf Nassfutter umgestiegen bin und keinen Blick zurück, aber die Kalorienmathematik ist mit hochwertigem Protein-Nassfutter einfach besser. Eine 5,5oz-Dose gutes Paté hat oft so 180-200 Kalorien insgesamt, und es macht satt, weil's überwiegend Feuchtigkeit und tierisches Eiweiß is, kein Maisklebermehl und Zellulose-Füllstoff. Du fütterst eine Dose, aufgeteilt auf zwei Mahlzeiten, und die Katze hat das Gefühl, tatsächlich was gefressen zu haben. Ich verlink die Miso-Story später, falls du die grausigen Details willst, wie ich ihn umgestellt hab, ohne meine Wohnung in ein Durchfallexperiment zu verwandeln.

(Kurzer Exkurs: Erinnerst du dich, dass ich die Tierarzthelfer-Schule geschmissen hab? Ich bin keine Ernährungsspezialistin. Aber ich hab genug Tierernährungs-Vorlesungen mitbekommen, um zu wissen, dass die erste Zutat auf ner Packung Gewichtskontroll-Trockenfutter mit „Hühnchen-Nebenproduktmehl", gefolgt von „Braureis" und „Maisklebermehl" nicht ideal is für einen obligaten Fleischfresser, der sich evolutionär von Mäusen und Vögeln ernährt hat. Wir füttern quasi einem Wüstentier Trockenmüsli und wundern uns, dass es fett is. Okay, Tirade Ende.)

Weiterführende Lektüre: Ich fütterte meiner Katze ein Jahr lang 'Gewichtskontroll'-Trockenfutter und sie wurde zur panierten Kartoffel – so hat der langsame, sichere Gewichtsverlust endlich funktioniert

Messbecher sind für den Müll

Ich trau keinem Messbecher für Tierfutter. Ich hab den Test gemacht: Schöpf mit drei verschiedenen billigen Plastikbechern, was nach nem Becher aussieht, und wieg jeden auf der Küchenwaage. Der Unterschied betrug bis zu 15%. Wenn du mit einer Katze zu tun hast, die über sechs Monate ein Pfund abnehmen muss, is ein Kalorienüberschuss von 15% der Unterschied zwischen Erfolg und ner Katze, die bei der Nachuntersuchung
genauso
aussieht. Ne digitale Küchenwaage für 12 Euro is das einzige, was ich jetzt noch benutze. Wiegt alles in Gramm. Sei knallhart. Deine Katze wird dich wahrscheinlich trotzdem noch mögen.

Die Nassfutterumstelluung, die tatsächlich half (aber anders, als du denkst)

Okay, ich hab grad noch gesagt, Nassfutter is besser zur Kalorienkontrolle, aber der größere Vorteil is nich mal die Kalorienzahl – es is das Wasser. Katzen stammen von Wüstentieren ab und ihr Dursttrieb is irgendwie armselig. Die schlabbern nich von Natur aus Wasser wie Hunde; die erwarten, dass sie den Großteil ihrer Feuchtigkeit aus dem Futter kriegen. Ne Maus hat etwa 70% Wasser. Trockenfutter hat ungefähr 8-10% Wasser. Selbst ne Katze, die aus nem Trinkbrunnen trinkt, befindet sich wahrscheinlich in nem milden Zustand chronischer Dehydrierung, und Dehydrierung belastet die Nieren und verlangsamt alles, Stoffwechsel inklusive. Als ich Tank auf reine Nassfütterung umstellte, fing er an mehr zu pinkeln (ins Klo, Gott sei Dank), sein Fell wurde weniger schuppig und er wirkte gemütlicher. Er nahm zwar nich sofort ab, aber seine Energie reichte, dass er wieder anfing, Spielzeug anzustupsen, statt es nur von weitem anzuglotzen wie ein pelziger Wasserspeier.

Es gibt auch dieses hinterlistige Verhaltensding bei Nassfutter: Du fütterst nach Plan. Es kann nich den ganzen Tag stehen, weil's verdirbt. Also lernt die Katze, zu fressen, wenns Futter kommt, und nich permanent zu grasen. Viele fette Katzen sind Grasfresser, die ihr Leben lang 24/7 Trockenfutter verfügbar hatten. Diese ständige Futterverfügbarkeit zu durchbrechen is riesig. Ich fütter meine Katzen zweimal am Tag, im 12-Stunden-Abstand, und in der ersten Woche tun die so, als ob ich n Kriegsverbrechen begangen hätte, aber sie gewöhnen sich dran. Früher hat Tank um 4 Uhr morgens nach Frühstück gebrüllt, und ich hab mir n Kissen übers Gesicht gestopft und ihn ignoriert. Es war brutal. Dazu später mehr.

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Das Badezimmerwaagen-Ritual, das mich zum Selbsthass trieb

Ich kaufte ne Babywaage. Die hat vierzig Dollar gekostet und ich benutzte sie drei Monate lang jeden Sonntagmorgen. Tank hasste sie. Ich setzte ihn drauf und er versuchte sofort runterzuspringen, und die Zahlen blinkten 9lbs, 16lbs, ERROR, 11lbs, und ich hockte auf dem Badezimmerboden und versuchte, ne 22-Pfund-Katze festzuhalten, während er sich in meinen Unterarm krallte. Ich hab ne Narbe davon. Das ganze fühlte sich an wie ein seltsamer Machtkampf und ich fing an, Sonntage zu fürchten. Irgendwann fand ich raus, dass ich mich erst allein auf die normale Personenwaage stellen und dann mit Katze wiegen und abziehen konnte. Es war nich perfekt, aber weniger traumatisch für uns beide. Bei kleinen Schwankungen benutzte ich einfach meine Hände – wenn ich nach nem Monat leichter die Rippen fühlen konnte, war das gut genug. Die Zahl auf der Waage is n Datenpunkt, kein Urteil. Das musste ich mir oft sagen.

(Exkurs, für den ich mich nur leicht schäme: Ich war früher selbst mal total in Gewichtstracking vertieft und das wurde n bisschen obsessiv. Als ich dann anfing, das bei meiner Katze zu machen, kamen all diese perfektionistischen Stimmen zurück – „er hat diese Woche nix abgenommen, du versagst, du bist ein schrecklicher Mensch." Keiner sagt dir, dass die Pflege eines Tieres deine eigenen seltsamen Essens-Altlasten triggern kann. Ich musste n Schritt zurücktreten und mich erinnern, dass Tank ne Katze is und seine Zahl ihm egal war, nur ob sein Abendbrot pünktlich kam. Das half.)

Diese eine Pflegekatze, die sechs Monate lang kein Gramm verlor

Ich muss dir von Matilda erzählen. Matilda war ne 7jährige Schildpattkatze, die mit 18 Pfund zu mir kam und etwa 11 hätte wiegen sollen. Ich machte alles richtig. Nassfutter. Grammwaage. Zwei Mahlzeiten täglich. Spielsessions mit der Angelrute. Sechs Monate lang verlor sie überhaupt nix. Kein einziges Gramm. Der Tierarzt machte Blutuntersuchungen – Schilddrüse, Diabetes, alles – und es war alles normal. Ich wurde wahnsinnig. Sie saß buchstäblich da und starrte auf den leeren Napf, als ob ich sie folterte, und legte sich dann auf meine saubere Wäsche und haarte alles voll aus Bosheit.

Schließlich kam eine Verhaltensforscherin vom Tierheim zu Besuch und stellte fest, dass Matilda sich, wenn ich nich hinsah, in den Napf meiner anderen Pflegekatze schlich. Ich hatte damals zwei Katzen und fütterte sie in getrennten Räumen, aber die Türen schlossen nich richtig und Matilda fand raus, wie sie die mit ihrem Riesenschädel aufdrücken konnte. Sie hatte vielleicht 50 Kalorien extra am Tag aus übriggebliebenen Nassfutterresten gefressen, und das reichte für Gewichtserhaltung. Ich kam mir so bescheuert vor. Ab da fütterten wir in Transportboxen – jede Katze 20 Minuten eingesperrt – und sie fing endlich an abzunehmen. Vier Monate später war sie bei 13 Pfund, ihr Arthritis wurde besser und sie spielte wie ein Kitten. All die vergeudete Zeit, weil ich die kriminelle Energie einer Katze beim Mundraub unterschätzt hatte.

Ich hörte mal einen Tierarzt sagen, Katzen seien wie kleine Kriminelle, die jede Schwachstelle in deinem System ausnutzen. Er hatte recht.

Als die Tierärztin sagte: 'Sie müssen eine Wohnungskatze bewegen' und ich laut loslachte

Ich lachte Dr. Nguyen tatsächlich ins Gesicht, als sie vorschlug, ich solle „Tanks Aktivitätslevel steigern". Das war ne Katze, die den Gang zum Wassernapf bereits als sportliches Ereignis wertete. Ich probierte alles. Laserpointer? Er folgte dem Punkt mit den Augen, aber bewegte sich nich. Angelrute? Er patschte nur, wenn sie innerhalb von 15cm vor seiner Nase war, sonst nix. Katzenminze? Er wälzte sich, wurde zwei Minuten lang aufgeregt und schlief dann ein. Ich kaufte ein Katzenlaufrad – so ein riesiges Hamsterrad für Katzen – und er betrachtete es, als hätte ich ein Höllentor installiert. Er setzte keine einzige Pfote drauf. Es stand vier Monate im Wohnzimmer, verstaubte und ich spendete es schließlich ner Katzenrettung, die tatsächlich aktive Katzen hatte.

Was funktionierte, war so bescheuert einfach: Minibewegungen. Ich raschelte mit nem Beutel gefriergetrockneter Hühnerleckerlis (zerkrümelt, wegen der Kalorien) und er watschelte tatsächlich zu mir. Dann warf ich einen Krümel quer durchs Zimmer und er trottete hinterher. Anfangs, nach fünf Würfen, kippte er um und hechelte. Das machten wir zweimal am Tag. Nach nem Monat schafften wir zehn Würfe. Nach drei Monaten trabte er tatsächlich. Nich rennen. Trab. Aber sein Muskeltonus verbesserte sich, seine Hinterbeine wurden stabiler und er sprang aufs Sofa, ohne das kleine Zögern-Hüpferchen, das er früher hatte. Die Lektion: Erwarte nich, dass ne fette Katze plötzlich zum Athleten wird. Bring sie einfach n bisschen mehr in Bewegung als gestern. Das wars. Das is der ganze Trainingsplan.

Eins noch zu Laserpointern: Sei vorsichtig. Manche Katzen werden besessen und frustriert, weil sie das Ding nie fangen können, und das kann zu neurotischen Verhaltensweisen führen. Ich habs bei ein paar Pflegetieren gesehen. Wenn du nen Laser benutzt, lass die Session immer so enden, dass du den Punkt auf ein echtes Spielzeug legst, auf das sie springen können, damit sie diesen Abschluss kriegen. Und um Himmels willen, ziel nicht in ihre Augen. Okay, das is meine kleine PSA.

Das 4-Uhr-morgens-Geschrei und wie ichs überlebt hab

Wenn du einer Katze die Kalorien kürzt, wird sie sich beschweren. Laut. Zu ungünstigen Zeiten. Tank fing mit dezentem Miauen um 5 Uhr an, was ich ignorieren konnte. Nach zwei Wochen war es zu vollstimmigem, opernreifem Jaulen direkt in mein Ohr um 4:15 Uhr eskaliert, kombiniert damit, dass er auf meiner Brust stand. Er wog da 21 Pfund. Es fühlte sich an, als würde ein nasser Sandsack auf mir liegen, während einer ein Nebelhorn dröhnen lässt.

Ich probierte n paar Sachen. Ein Automatikfutterautomat für ne kleine Portion Nassfutter? Das Debakel hab ich ja schon erzählt. Fütterung direkt vorm Schlafengehen? Brachte mir ne Stunde extra. Ihn komplett ignorieren? Er wurde nur lauter und kreativer – er fing an, Dinge von meinem Nachttisch zu fegen. Das einzige, was half, war ne Kombination aus (a) niemals, niemals das Geschrei mit Futter belohnen, niemals, nich ein einziges Mal, und (b) nem strikten Plan, damit sich seine innere Uhr irgendwann umstellte. Es brauchte etwa drei Wochen Hölle, aber schließlich kapierte er, dass es um 7 Uhr Frühstück gab und nix früher. Jetzt sitzt er still auf meinem Kissen und starrt mich um 6:45 an, was unheimlich, aber machbar is.

Gib nich nach. Ich weiß, es is hart. Ich weiß, du bist müde. Aber eine einzige 4-Uhr-Futtergabe macht wochenlanges Training zunichte. Sei stärker als die Katze. (Sagt die Frau, die mal um 3 Uhr nachts in ihr Kissen weinte, während ne fette Katze ihr ein Ständchen brachte.)

Weiterführende Lektüre: Das 3-Uhr-morgens-Gejaule meiner Katze brachte mich dazu, im Waschkeller heulen zu wollen – das hat es tatsächlich gestoppt

Was dir keiner über schnellen Gewichtsverlust bei Katzen verrät

Hier was Furchtbares, das ich auf die harte Tour lernte: Wenn ne fette Katze zu schnell abnimmt, kann ihr Körper in eine hepatische Lipidose rutschen, was ne schicke Art zu sagen is, dass ihre Leber von Fettzellen überschwemmt wird und anfängt abzuschalten. Das kann tödlich sein. Tierärzte empfehlen, dass Katzen maximal 1-2% ihres Körpergewichts pro Woche verlieren. Für ne 20-Pfund-Katze sind das etwa 0,2-0,4 Pfund pro Woche, also praktisch nix. Du siehst es nich. Du fühlst es nich. Du musst dem Prozess vertrauen. Deshalb sind diese radikalen Diäten und Hunger-Methoden, die man in manchen Internetforen liest, absurd gefährlich.

Ich wusste nix von hepatischer Lipidose, bis die Katze eines Freundes, ein 19-Pfund-Maine-Coon-Mix namens Buster, aufhörte zu fressen, nachdem sein Besitzer beschlossen hatte zu „helfen", indem er sein Futter halbierte, ohne nen Tierarzt zu fragen. Drei Tage später war Buster gelbsüchtig und lethargisch und hing am Tropf in der Notklinik. Er überlebte, aber die Tierarztrechnung war über 2000 Dollar und der Besitzer war von Schuld zerfressen. Ich krieg immer noch Herzrasen, wenn ne fette Katze auch nur eine Mahlzeit auslässt, weil ich gesehen hab, wie schnell ein Katzenstoffwechsel entgleisen kann. Wenn deine Katze mehr als 24 Stunden überhaupt nix frisst, ruf sofort deinen Tierarzt an. Warte nich. Mir egal, ob's 2 Uhr nachts is. Das is ein Notfall.

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Wie ich aufhörte, mich über den Teppich zu ärgern und tatsächlich Fortschritte maß

Nach Matildas gescheitertem sechsmonatigen Gewichtsplateau fing ich an, Fortschritte auf Arten zu verfolgen, die nix mit Zahlen zu tun hatten. Ich machte einmal im Monat Fotos von oben, mit der Katze auf flachem Untergrund, damit ich sehen konnte, ob sich aus der Tonnenform wieder ne Taille schälte. Ich machte den Rippenfühltest: Wenn ich die Rippen mit leichtem Druck spürte aber nich sah, war das gut. Wenn ich sie sehen konnte, übertrieb ich. Wenn ich überhaupt keine Rippen fühlen konnte, lag noch Arbeit vor uns. Ich notierte auch Verhaltensdinge: Konnte die Katze jetzt auf die Küchenarbeitsplatte springen? Konnte sie ihr eigenes Rückenfell putzen ohne umzukippen? Tank, als er frisch ankam, kam nicht an seine Hinterpartie und sein Rückenfell verfilzte mit Schuppen und weiß-der-Geier-was. Nachdem er n paar Pfund verloren hatte, fing er wieder an, sich dort zu putzen, und ich hab in meiner Küche buchstäblich gejubelt, als ich sah, wie er sich verdrehte, um seine untere Wirbelsäule zu lecken. Meine Nachbarn halten mich wahrscheinlich für bescheuert.

Da fällt mir auch das Katzentoiletten-Problem ein, über das keiner reden will. Ne fette Katze kann sich manchmal nich richtig hinhocken zum Pinkeln oder Kacken, oder die Kloränder sind zu hoch und sie hat Schmerzen von Arthritis, und dann fängt sie an, neben die Box zu machen. Ich habs bei mehreren Pflegetieren gesehen. Wenn deine Katze übergewichtig is und plötzlich Kloprobleme hat, muss das nich verhaltensbedingt sein – es kann physisch sein. Besorg ne Toilette mit niedrigeren Seiten oder ne flache Plastikwanne und leg Welpenunterlagen drumrum. Tank hatte ne Phase, wo er seine ganze Vorderhälfte unters Dach kriegte, aber seine Hinterhälfte draußen ließ, und ich fand ne Pfütze auf der Badematte. Ich schrieb mal mit ner anderen Pflegekatze darüber, und die Lösung war so absurd simpel: ne größere Box und häufigeres Schaufeln.

Weiterführende Lektüre: Meine Pflegekatze hat auf mein Kissen gepinkelt und es war zu 100% meine Schuld – der Katzenklo-Plan, den ich gern früher gekannt hätte

Was bei Tank tatsächlich funktionierte (und was nicht)

Tank, Gott hab seine griesgrämige Seele seelig, lebte elf Monate bei mir, bevor er adoptiert wurde. In dieser Zeit ging er von 22 Pfund auf 13,8 Pfund runter. Das is über 8 Pfund Verlust, mehr als ein Drittel seines Startgewichts. Es war langsam und chaotisch und voller Rückschläge. Ich hab zweimal geheult. Ich hab einmal ins Kissen gebrüllt. Ich hab mehr für hochwertiges Nassfutter ausgegeben, als ich zugeben will. Aber zu erleben, wie er wiederentdeckte, dass er auf Fensterbänke springen und tatsächlich ganz draufpassen konnte, war jede einzelne Frustration wert.

Das hat nich funktioniert: Gewichtskontroll-Trockenfutter. Freie Fütterung. Menschliche Essensreste (selbst winzige Stücke summieren sich). Portionen schätzen. Das Katzenlaufrad. Laserpointer falsch verwendet. Auf sein Geschrei mit Futter reagieren. Mich selber fertigmachen, wenn die Waage sich nich bewegte.

Das funktionierte: Umstieg auf hochwertiges Protein-Nassfutter nach einem Zwei-Mahlzeiten-Plan. Portionen in Gramm abwiegen. Fortschritte mit Fotos und Rippenfühlen verfolgen, statt nur mit der Waage. Sein Nassfutter für 5 Sekunden in die Mikrowelle, damits warm und duftender und ansprechender war. Futterbälle mit seiner zugeteilten Trockenfutterkrümel-Ration, damit er dafür arbeiten musste. Fütterung in nem separaten Raum hinter verschlossener Tür, null Chance für Futterdiebstahl. Akzeptieren, dass der Fortschritt so langsam wie ne Gletscherwanderung sein würde und dass das okay is.

Ich werd das hier nich mit ner ordentlichen Zusammenfassung beenden, denn Gewichtsverlust – bei Katzen und bei Menschen – is nie ordentlich. Es is ne lange Abfolge langweiliger Entscheidungen, die sich irgendwann zu nem lebenden Wesen summieren, das sich besser fühlt. Wenn du grad mit ner fetten Katze kämpfst, bist du kein schlechter Katzenhalter. Du bist nur jemand, der wahrscheinlich falsche Infos von ner Trockenfuttertüte bekommen hat. Das is reparabel. Tief durchatmen. Kauf ne Küchenwaage. Such n vernünftiges Nassfutter. Und mach dich auf n paar Wochen unheiliges Gekreisch gefasst. Du packst das. Und irgendwann, wenn deine Katze mühelos auf die Küchenplatte springt und sich n Chicken Nugget klaut, wirst du seltsam stolz sein, während du sie durch die Küche jagst.

Weiterführende Lektüre: Ich dachte, Katzenfutter umzustellen wär so einfach wie Schüsseln mischen. Dann kackte Miso auf meinen Teppich.